Montag, 18. Januar 2016

Migräne - das Gewitter im Kopf

Dieser Blogpost wird sehr persönlich, aber ich wollte mich unbedingt zu dem Thema äußern, da es mir sehr am Herzen liegt.

Vorgeschichte
Die erste Migräneattacke bekam ich mit 16 Jahren. Meine Mama hat erkannt was los war, da sie selbst seit ihrer Schwangerschaft 2-3 Mal im Jahr Migräneattacken hat. 
Ab diesem Tag kamen die Attacken bei mir 1-3 Mal die Woche. Was der Auslöser war und warum plötzlich die Migräne kam, weiß ich bis heute nicht. Aber es blieb mir keine andere Wahl, als damit umzugehen zu lernen. 

Migräne allgemein
''Die Migräne (von altgriechisch ἡμικρανία hēmikrānía ‚halber Schädel‘) ist eine neurologische Erkrankung, unter der rund 10 % der Bevölkerung leiden. Sie tritt bei Frauen etwa dreimal so häufig auf wie bei Männern und hat ein vielgestaltiges Krankheitsbild. Dieses ist bei Erwachsenen typischerweise gekennzeichnet durch einen periodisch wiederkehrenden, anfallartigen, pulsierenden und halbseitigen Kopfschmerz, der von zusätzlichen Symptomen wie ÜbelkeitErbrechen, Lichtempfindlichkeit (Photophobie) oder Geräuschempfindlichkeit (Phonophobie) begleitet sein kann. Bei manchen Patienten geht einem Migräneanfall eine Migräneaura voraus, während der insbesondere optische oder sensible Wahrnehmungsstörungen auftreten. Es sind aber auch motorische Störungen möglich. Die Diagnose wird nach Ausschluss anderer Erkrankungen als Ursachen üblicherweise mit Hilfe einer Anamnesegestellt.'' 
(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Migräne)

Meine Ärztereise
Ich machte eine Reihe von Ärzten durch, um zu sehen, ob die Migräne einen anderen Grund hatte, als einen neurologischen. 
Ich wechselte meine Pille zu einer niedriger dosierten, dann zu einer ohne Östrogene, ich bekam eine Knirscherschiene und meine Augen wurden kontrolliert. 
Zusätzlich war ich mehrmals bei verschiedenen Osteopathen und bei einer Heilpraktikerin, die mir meinen Atlas-Wirbel korrigierte.
Als nichts half, kam der Besuch bei einer Neurologin. Es wurde ein EEG (Gehirnstrommessung) und ein MRT gemacht. Das MRT wurde bei mir ein paar Wochen später noch einmal wiederholt. Beim EEG wurde Migräne diagnostiziert, beim MRT wurde zum Glück nichts außergewöhnliches gefunden. 
Meine Neurologin forderte mich auf, Migränetagebuch zu führen und Magnesiumpräperate zu nehmen. Zusätzlich verschrieb sie mir ein Schmerzmittel. 

Attacken und Medikamente
Ich habe Migräne ohne Aura. Wenn ich Migräneattacken bekomme, kann ich es eine gewisse Zeit aushalten, doch es wird im Verlauf der Zeit immer schlimmer und irgendwann muss ich mich dann in mein Bett legen und schlafen. 
Ich habe weniger Probleme mit Geräuschen (Ausnahmen gibt es immer), eher bin ich licht- und geruchsempfindlich und mir ist sehr übel.  
Bis heute versuche ich meine Migräne mit Ibuprufen und Paracetamol in den Griff zu bekommen. 
Es gibt Tage, an denen wirkt eine Paracetamol bzw. Ibu, an anderen wirkt die doppelte Menge und wieder an einem anderen Tag wirkt nichts außer schlafen. 
Oft ist mir so übel, dass ich nicht schlafen kann. Dann kann ich auch keine Tabletten schlucken, da ich mich sowieso jede halbe Stunde übergeben muss. 
Die Übelkeit bekomme ich einigermaßen mit MCP-Tropfen in den Griff. Manchmal wirkt auch das SEA-Band (hilft gegen Übelkeit generell, also auch Reiseübelkeit, Morgenübelkeit, etc.).
Meine Attacken sind meistens am nächsten Tag wieder weg. Es kommt aber auch vor, dass ich z.B. an einem Tag links den Migräneschmerz habe und am nächsten Tag ist er auf die rechte Seite gewandert. 

Ernährung, Sport, Schlaf
Oft habe ich gelesen, dass es für Migränepatienten wichtig ist, einen regelmäßigen Schlaf und Essrhythmus zu haben. Ich muss sagen, dass meine Migräne während meines Bundesfreiwilligendienstes in der Psychiatrie (ich habe Früh-, Spät- und Nachtschicht gearbeitet) weder besser noch schlechter wurde, obwohl ich in der Zeit weder regelmäßig geschlafen, noch regelmäßig gegessen habe. Außerdem war ich in meinen Semesterferien im Winter und Sommer als Animateurin im Ausland und dort hatte ich alles andere als einen regelmäßigen Schlafrhythmus (geschweigedenn ausreichend Schlaf) und hatte weniger Attacken als zuhause. 
Ich habe im Sommer 2014 meine Ernährung umgestellt, nachdem ich eine 'Diät' gemacht habe. Diese 'Diät' lief folgendermaßen ab: Ich habe alle Nahrungsmittel, die sog.  Migränetrigger (Auslöser) sind, weggelassen und nacheinander einer nach dem anderen wieder in meine Essgewohnheiten eingefügt. So habe ich meine Trigger was Essen angeht rausgefunden. Die 'Diät' habe ich in dem Buch 'Migräne für Dummies *' gefunden - generell kann ich dieses Buch für jeden empfehlen, der Migräne(patienten) besser verstehen möchte. 
Ich trainiere 3-4 Mal pro Woche Kraft und versuche regelmäßig Ausdauereinheiten einzubauen. Wenn man den meisten Tipps glaubt, sollen Migräneattacken verringert werden, wenn man regelmäßig 30 min Ausdauersport betreibt.

Heute
Meine Attacken sind, seit ich mehr auf meine Ernährung achte, besser geworden. Heute kommen sie ca. einmal die Woche, was immernoch viel ist. Manchmal bekomme ich die Migräne in den Griff - manchmal nicht. 
Ich muss sagen, dass es bei mir viel mit Wetterumschwüngen zusammenhängt, denn im Urlaub am Meer oder wenn ich als Animateurin arbeite bekomme ich weniger Migräne.
Außerdem nehme ich meine Pille (abgesprochen mit meiner Frauenärztin) drei Packungen lange durch. In den Pillenpausen sind meine Migräneattacken besonders stark und ich kann an diesen Tagen kaum das Haus verlassen, da keine Medikamente wirken.

Die 'Anderen'
Ich muss sagen, ich bin sehr vielen Menschen begegnet, die die Migräneattacken akzeptieren und mir meine Ruhe lassen, wenn es soweit ist.
Leider gibt es auch sehr, sehr viele, die einen belächeln und meinen, man solle sich 'nicht so anstellen', andere Leute hätten schließlich auch Kopfschmerzen und würden trotzdem weiterhin normal am Leben teilnehmen. Bei einer solchen Reaktion kann man als Migränepatient nur den Kopf schütteln - es sind eben nicht 'nur' Kopfschmerzen.
Ich empfehle allen Angehörigen oder Freunden von Patienten, sich ebenfalls mit dem Thema auseinanderzusetzen, um die Krankheit besser zu verstehen. So kann man Hilfe statt zusätzliche Belastung sein.

Soviel zum Thema, das wars von mir :) 

____________________________________________

Alle Bilder gehören mir! 
Sie dürfen nicht ohne meine schriftliche Einverständnis kopiert, veröffentlicht oder verbreitet werden.

Dieser Blogpost enthält sog. Affiliate-Links, die mit * gekennzeichnet sind. Mehr Informationen dazu findest Du unter Partner & Kooperationen.


Kommentare:

  1. Sehr schöner Blogpost :) ich kann das alles sehr gut nachvollziehen, da ich selbst auch unter chronischen Kopfschmerzen und chron. Migräne leide. Mein Beileid! Leider bin ich noch nicht ganz so weit wie du und weiß noch nicht, mit welchen Lebensmitteln es evtl zusammenhängt. Wetterumschwünge sind bei mir ganz schlimm, genauso wie Prüfungsstress oder Fliegen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke :)
      Ja das dauert glaube ich sehr lange, bis man alle Faktoren erkennt und selbst dann kann man sie meistens nicht alle berücksichtigen, denn das Wetter z.B. kann man leider nicht beeinflussen...
      Ja das mit dem Fliegen ist bei mir mal so mal so. Als wir nach Thailand geflogen sind hatte ich eine ganz schlimme Attacke und auf dem Heimflug hatte ich überhaupt nichts.
      Ich wünsche dir, dass du für dich rausfindest, was am besten ist und was dir hilft! :)

      Löschen